Veranstaltungen. Rückblick.

20.-27.04.2013 | Hots-Scheune, Bad Zwischenahn

1. Bad Zwischenahner Künstlerwoche

 

Veranstaltungsort: Hots-Scheune/Freilicht-Museum Bad Zwischenahn

Ecke Am Hogen Hagen/Unter den Eichen

 

Für den Zeitraum vom 20. bis zum 27. April 2013 wurden 22 Künstler aus 7 Nationen das Freilichtmuseum in Bad Zwischenahn eingeladen, umn ein sogenanntes Künstlersymposium abhalten. Diese Künstlersymposien genießen in der Kunstszene in den Metropolen Europas Kult-Charakter: Die Künstler arbeiten über mehrere Tage hinweg an ihren Kunstwerken in einem für die Öffentlichkeit frei zugänglichen Raum. Hierbei stehen sie zeitweise im Dialog miteinander und mit den Besuchern. Gerade das Miterleben des Erschaffens von Kunstwerken übt dabei den besonderen Reiz aus. Teilnehmende Künstler wie der in Österreich lebende Željko Hudek oder Dániel Ludvig aus Ungarn haben eine sehr lebendige Art des Malens und des Bildhauens. Beim Zusehen der Entstehung solcher Kunstwerke kann man diese kreative Energie förmlich einatmen.

 

Die „1. Bad Zwischenahner Künstlerwoche“ diente nicht nur dazu, die eingeladenen Künstler vorzustellen, sondern sie sollten die Kunst als inspirierende Quelle für das Leben und den Alltag ins Gedächtnis rücken.

Für das Rahmenprogramm wurden verschiedene Musiker aus der Region einladen, die an den Tagen des Symposiums und auf der anschließenden Vernissage am 27.04. für das richtige Ambiente im eigens aufgebauten Festzelt neben der Hots-Scheune sorgen.

 

Viele Werke der eingeladenen Künstler können im Fachgeschäft „Kunst Wein & Meer“, In der Horst 3 in Bad Zwischenahn oder auf dessen Website unter www.kunst-wein-meer.de begutachtet werden.

 

Zur Pressemitteilung

 

Video eines Künstlersymposiums in Ungarn: Zum Video

12.04.2013

Diese Künstler haben teilgenommen

Kurzinfo zu den Aktivisten der 1. Bad Zwischenahner Künstlerwoche.

 

LudmillaBaitsaeva

Ludmilla Baitsaeva

Russland

 

Balogh

István Péter Balogh

Ungarn

Geboren 1950 in Budapest. Er absolvierte sein Studium an der Universität für bildende Kunst in Budapest 1979. er ist Mitglied des Landesvereins für Bildende Künstler ( seit 1979) und des Verbandes für Bildende-und angewandte Kunst (seit 1995). Er ist regelmäßiger Teilnehmer an einheimischen und ausländischen Symposien. Seine Werke sind in Privatsammlungen und in verschiedenen Instituten zu finden.

 

Bereczki-Kossack

Katalin Bereczki-Kossack

Deutschland

 

Esenov

Akhsar Esenov

Russland

 

Gyorfi

András Györfi

Ungarn

Geboren 1964 in Kaposvar, Ungarn. Lebt und arbeitet seit 1981 in Budapest. Er ist Diplom-Architekt. Er hat u.a. in New York, Washington, Aachen, London, Bologna, Genf, Biella ausgestellt und ist regelmäßiger Teilnehmer internationaler Künstlersymposien. Er ist Miglied des Internationalen Ludvig und des spanischen Reinosa Symposiums.

 

Hasenoehrl

Jozef Hasenöhrl

Deutschland

Josef Hasenöhrl wurde 1954 in Freilassing geboren. Er arbeitete in zahlreichen Schulen als Lehrer und unterrichtete Kunst. Was seine Arbeiten betrifft, so geht er einen eigenen Weg. Er nahm an mehreren Kunstworkshops teil, wo seine Arbeiten ausgestellt wurden, so in Deutschland und ganz Europa. Er lebt in Deutschland und in Ungarn.

 

Zeljko Hudek

Österreich

Geboren 1965 in Zagreb, Kroatien. Er absolvierte sein Studium an der Kunsthochschule in Zagreb. Er malt hauptsächlich mit Acrylfarben und ist Mitglied der kroatischen Kunstvereinigung, der "Steiermarkischen Künstler" in Graz und der Künstlervereinigung in Gleisdorf. Zeljko Hudek ist regelmäßiger Teilnehmer an internationalen Kunstsymposien in Österreich, Ungarn, Italien, Deutschland, Rumänien, Finnland und Organisator des "Hudek-Art" Symposium in Kroatien.

 

István Korbely

Ungarn

Geboren 1960. Er lebt und arbeitet in Szarvas, Ungarn. Er absolvierte die Kunsthochschule, sein Meister war Istvan Aknay. Er ist Mitglied des Vereins Ungarischer Bildender Künstler.

 

 


Gerd Messmann

Deutschland

Gerd Messmann wurde geboren in Hermannstadt. Seit 1972 lebt er in der Nähe von München. Er malt hauptsächlich in Öl und benutzt unterschiedliche Techniken dafür. Gerd Messmann ist seit mehr als 10 Jahren Teilnehmer an internationalen Symposien.

 

Zoltán Ludvig

Ungarn

Der Maler Zoltán Ludvig wurde 1953 geboren. Er lebt in Nagykanizsa, Ungarn. Seine Fachbildung erwarb er am Kunstgmynasium in Pécs im Fachbereich Werbegrafik. Er ist Mitglied des Landesvereins der Ungarischen Kunstschaffenden, MAOE, des Verbandes der österreichischen Bildenden Künstler und des Internationalen Vereins für Unterstützung der Modernen Künste in Moosburg. Neben der Malerei beschäftigt er sich mit der Werbegrafik und innen-architektonischem Design. Ab 1993 organisierte und leitete er fünf Jahre lang die internationale Künstler-Kolonie Trofaichach Art in Österreich. 1992 wurde er mit dem Preis für Kunstschaffende des Komitates Zala ausgezeichnet. 1997 war er der "Kreative Mensch des Jahres" von Nagykanizsa. Seit 1999 ist er als Organisator und künstlerischer Leiter der "Ludvig Internationalen Künstlersymposium" die in Kendlimajor in der Nähe von Nagykanizsa jährlich veranstaltet wird, tätig. Mit seinen Werken nimmt er an zahlreichen gemeinsamen und individuellen Kunstausstellungen in Ungarn und im Ausland teil. Seine Bilder findet man in heimischen und ausländischen Galerien, Museen und Privatsammlungen.

 

Dániel Ludvig

Ungarn

Geboren 1981 in Zalaegerszeg in Ungarn. Er absolvierte sein Studium and der Kunst-Mittelschule in Pecs als Werbegrafiker. Er beschäftigt sich neben der Malerei mit Werbegrafik und Design. Er ist regelmäßiger Teilnehmer einheimischer und ausländischer Kunst-Expos und besucht internationale Symposien.

 

Klára Ludvig

Ungarn

 

Milena Mladenova

Bulgarien

Geboren am 08.01.1986. 2000 bis 2005 Akademie Dechko Uzunov - Kazanlak 2005 bis 2009 VTU st. st. Cyril Methodiun-V. Tarnovo Bulgarien 2011 - 2012 Marmara Universität, Istanbul, Türkei.

 


Alexandre N. Osipov

Russland

 

Zsóka Págyi

Ungarn

Sie ist Keramikerin, beschäftigt sich aber auch mit Aquarell- und Ölmalerei. Ihre Kunst wird von der Stimmung der Jahrhundertwende durchdrungen.

 

Vladimir Ryabchikov

Russland

Geboren am 18. Februar 1967. Er studierte an der staatlichen Universität für Pädagogik in Rostov Kunst und Grafik.

 

 

Ahmed Sakr

Ägypten

Er ist geboren 1963 in Munufia in Ägypten. Teilnahme an internationalen Symposien, Workshops und Seminaren in Marokko, Italien, Deutschland, Slowakei, Ungarn, Serbien. Einzelausstellungen in Ägypten, Deutschland, Marokko und Serbien. Teilnahme an der Internationalen Biennale in Sapporo in Japan, Kairo in Ägypten und Paris in Frankreich.

 

János Sebestyén

Ungarn

Geboren 1957 in Budapest. Sein Studium hat er zwischen 1977 und 1980 an der Staatlichen Surikov Kunstakademie in Moskau unter Meister Sahalov absolviert. Er studierte danach in Budapest an der Kunsthochschule weiter, wo seine Meister Ignac Kokas und Gabor Dienes waren. Er ist regelmäßiger Teilnehmer internationaler Ausstellungen und Symposien (Pecs, Szentendre, Wien).

 

János Simon

Ungarn

Geboren 1945 in Sárvár in Ungarn. Er absolvierte sein Studium in Pécs an der Hochschule für Pädagogik, danach erwarb er sein Diplom als Kunstmaler an der ungarischen Hochschule Bildender Künstler. Er ist regelmäßiger Teilnehmer an in- und ausländischen Symposien und Ausstellungen. Er ist Inhaber mehrerer internationaler Auszeichnungen, der wichtigste für ihn ist der Nationalpreis des ungarischen Pannonia Triennale.

 

Zoltán Székács

Ungarn

 

Péter Jakab Szöke

Ungarn

 

Natalya Zaloznaya

Weißrussland

geboren in Minsk, Weißrussland. Sie hat ihren Hochschulabschluss 1985 an der Belarusian Academy of Arts gemacht. Seit 2000 lebt und arbeitet sie in Brüssel. 2005 wurden ihre Arbeiten auf der 51. Biennale in Venedig gezeigt. Natalya Zalosznaya stellt ihre Werke in Europa und in den USA aus. Ihre Werke findet man in der State Tretyakov Gallery in Moskau, im National Museum in Weißrussland und ebenso in privaten Sammlungen in der ganzen Welt.

05.05.2013

Freie Kunst mit sehr vielen Freu(n)den

Nachbericht zur 1. Bad Zwischenahner Künstlerwoche

 

Während der Künstlerwoche kam ein älterer Besucher im Rollstuhl auf mich zu. "Entschuldigen Sie, könnten Sie sich kurz Zeit für meine Arbeiten nehmen? Ich bekomme nur negative Meinungen zu hören und ich wollte mal einen Sachverständigen hierzu fragen." Er erzählte mir, dass er erst vor kurzem angefangen habe zu zeichnen – man habe als Rentner ja viel Zeit. Und so präsentierte er mir eine Vielzahl von eingeschweißten Arbeiten im DIN-A3 Format. Diese waren gefüllt mit handgezeichneten Vögeln, Blumen und Sträuchern aller Art – coloriert in grellen Neonfarben. Das Besondere daran war nicht unbedingt eine getreue Wiedergabe der Formen durch den mir noch unbekannten Künstler, sondern diese Farbenwirkung und die naiv wirkende Komposition. Meines Erachtens waren diese Bilder sehr authentisch und genau das, was der Herr zu sehen bekam, wenn er sich in das Abbilden eines der Objekte vertiefte. Sie berührten mich. Das sagte ich ihm. Vor Freude außer sich sprudelte er heraus, wie wichtig ihm dieses Statement war. Ich ermutigte ihn, mit seiner Arbeit nicht aufzuhören. Und nach einigen Sätzen über den Verfall der Gemeinschaftlichkeit, der Gesellschaft und der Menschen im Allgemeinen gab er einen Satz von sich, der in mir noch lange nachhallte: "Diese vielen Künstler aus aller Herren Länder, jeder lässt dem Anderen seine Kunst, alle verstehen sich – das ist Freiheit!" Mit diesen Worten im Ohr lasse ich die Veranstaltung für mich Revue passieren.

 

Die Veranstaltungseröffnung

Am Freitag Abend fand im engen Kreis die Eröffnung statt, geladen waren die Künstler, der Bürgermeister Dr. Arno Schilling, die Vorsitzenden des Heimatvereins, Sponsoren, geladene Gäste und natürlich die bisher noch spärlichen Vereinsmitglieder des jungen Verein Kreatives Bad Zwischenahn e.V.. Im Künstlerzelt neben der Hots-Scheune fand man sich ein, um in fröhlicher Runde die 1. Bad Zwischenahner Künstlerwoche einzuläuten.

 

Das erste Wochenende

Nachdem am Samstag Mittag dem einen oder anderen Vereinsmitglied das Herz noch im Takt zum Klopfen des Spechts im Wald neben der Hots-Scheune klopfte, war am Nachmittag mit dem ersten Besucherstrom der Knoten gelöst und der Besucherstrom riss nicht ab. Die Künstler waren positiv überrascht, solch einem (Kunst-) interessierten Publikum entgegentreten zu können und man sah an allen Ecken und Staffeleien Künstler und Besucher im Gespräch. Da die Künstler schon am Vormittag malen konnten, entstanden an diesem Wochenende schon einige Werke, die in ihrer Vielfalt ein außerordentlich hohes Niveau aufwiesen. Das erstaunte nicht zuletzt uns, sondern auch so manchen Besucher. Man sah auf einem Blick durch das Zelt: Hier saßen Menschen, die sich der Kunst verschrieben hatten. Die Tanzeinlage der Kinder-und Jugendgruppe vom Heimatverein sei noch zu erwähnen – gerade für die ausländischen Künstler war dies ein echter Hingucker und Grund für eine Pause.

Die Woche mit den Künstlern

Das Unberechenbare an manchen Künstlern ist, dass sie oft zu ungewöhnlichen Eigenarten neigen. Doch in diesem Fall hatte Zoltan Ludvig, ungarischer Künstler mit internationalem Renommée und selbst Teilnehmer, eine exzellente Mischung aus Persönlichkeiten im Auftrag des Verein Kreatives Bad Zwischenahn e.V. ausgelesen, die sich auf dem Symposium keine Allüren leisteten. Hierfür sind wir ihm außerordentlich dankbar. So war nicht nur die Stimmung im Künstlerzelt neben der Hots-Scheune sehr angenehm und ausgelassen. Auch die gemeinsam verbrachten Abende waren ein Garant für beste Unterhaltung, tief gehende oder lustige Gespräche und zu guter Letzt Musik-Sessions, bei denen fast jeder von uns in irgendeiner Form mitgewirkt hat, sei es mit einer Mundharmonika, Rassel oder einer Trommel. Dominiert wurden diese Sessions von den Gitarren, die meine Frau zu diesem Zweck bereitgestellt hat. Hierbei haben sich gerade István Péter Balogh und István Korbely hervorgetan. Ich denke, hiervon können gerade unsere abendlichen Gastgeber aus dem Spieker oder dem Kukuk ein Lied singen. Vielen Dank für diese herrlichen Musikeinlagen! Und vielen Dank auch an die Gäste, die trotz Alltagstrott den Weg in das Künstlerzelt fanden und uns damit zu verstehen gegeben haben, dass unsere Veranstaltung auch unter der Woche wirklich mit Freuden angenommen wurde.

 

Das Finale – die Vernissage.

Nach einer Woche fleißiger Arbeit seitens der Künstler entstanden mehr als 80 Werke. Einige Künstler haben sich wirklich verausgabt, sei es, weil sie ein unwahrscheinliches Tempo in der Produktion vorgelegt haben, oder weil sie einfach alle ihre bisherigen Routinen über Bord geworfen haben und sich an etwas neues heranwagten. Nun war der große Moment der Präsentation gekommen. Gerade am Wochenende rechneten wir mit einem großen Andrang, hatten wir doch schon am vergangenen Wochenende über 1.200 Besucher. Nachdem in letzter Minute alle Bilder aufgehängt waren, Staffeleien an ihrem richtigen Platz standen und der Teppich fleißig von unserem Künstler Daniel Ludvig akribisch gesaugt wurde, ließen die ersten Besucher nicht lange auf sich warten. Das Œuvre* der 1. Bad Zwischenahner Künstlerwoche war meines Erachtens wirklich ein Highlight für die Region. Und so freut es mich umso mehr, dass der Kurdirektor Peter Schulze die Vernissage unter anderem mit den Worten eröffnete: "Diese Veranstaltung könnte ein Juwel für den Ort Bad Zwischenahn werden".

Ein weiteres Juwel hatte unser Verein noch zu verlosen. Und zwar den Publikumsliebling unter zehn von uns ausgewählten Bildern der Künstler. Dieser war nach vier Tagen das Bild einer Katze von Željko Hudek. Die Gewinnerin, die leider nicht anwesend war, heißt Sonja Bruns, hat über Facebook teilgenommen und kann ihr Bild in den nächsten zwei Wochen im "Kunst, Wein & Meer", In der Horst 3, 26160 Bad Zwischenahn abholen.

Die wunderbare musikalische Begleitung auf der Vernissage haben wir dem Jazzduo Joe Dinkelbach und Dirk Piezunka zu verdanken. Diese verwoben in einer so lockeren Art klassische Jazzstücke mit Free Jazz, dass so manchem das Mittwippen des eigenen Beines gar nicht auffiel. Auffallend war aber der junge Jongleur "Olé", der seine kleinen und großen Kunststücke vor versammeltem Publikum aufführte wie ein Profi. Seine jugendliche Unsicherheit wirkte wie ein Mittel zum Zweck, die lockeren Sprüche waren mindestens so cool wie das Mundwerk, welches mehrere brennende Fackeln löschte. Von Unsicherheit war bei der Kükengruppe des Heimatvereins nichts zu merken. So unbedarft, wie die Kleinsten der regionalen Trachtengruppe ihren Tanz aufführten, war zu spüren, dass sie noch frei von jeglicher Bühnenangst sind.

 

Ich finde, er hatte Recht dieser unbekannte Besucher im Rollstuhl. Die Freiheit, mit der sich die Künstler stoisch an ihren eigenen thematischen Auseinandersetzungen förmlich abarbeiten, auch wenn sie ein ähnliches Motiv schon über ein Dutzend Male auf die Leinwand gebracht hatten, ist nicht zu vergleichen mit der Freiheit, die man sich an einem Wochenende gönnt, wenn man beispielsweise den Rasen wachsen lässt, anstatt ihn zu mähen. Es ist die Freiheit, ohne Zwang zu schaffen, zu kreieren. Und die Freiheit, sein Gegenüber so zu sehen, wie er ist. Weil man auf neutralem Raum keinem Zwang unterliegt. Ich bin froh darüber, bei der Erschaffung dieses neutralen Raumes dabei gewesen zu sein und freue mich, zukünftig an weiteren Veranstaltungen dieser Art mitzuwirken.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Germar Claus

Mitglied im Verein Kreatives Bad Zwischenahn e.V.